Friday, October 28, 2016

Odes by Hölderlin: The Peace

As if the old waters, in another rage,
       Returned in an even more terrible transformation,
          To clean, since it was necessary,

So it gaped and grew and surged from year to year
       To restlessly inundate the distressed land
          In egregious battle, so well veiled
             And so dark and pale was the head of man.

The heroic forces flew, like waves, onward
       And dwindling away, reduced you, avenger!
          It was often the servant's quick work
              To bring them, the warriors, home to rest.

O you, the relentless and undefeated
       Before the cowardly and too powerful,
          Strike until the last rank is down and
             His impoverished clan trembles from the blow,

The secret that you in spike and bridle hold
       To suppress and to further, O Nemesis,
           You still punish the dead, that now sleep
              Under laurel in Italy’s gardens,

The old conquerors otherwise undisturbed.
       And if you don't spare the idle shepherd too,
           Finally having taken well enough
               Will lavish slumber redeem the people?

Who started it? Who brought the curse? It is not
     From today nor of yesterday, and the first
          Measure’s lost, our fathers did not know,
                Driven by their spirits, and by their minds.

Too long, too long already have mortals stepped
     With pleasure on each other’s heads, man battled
          Over who would rule, feared his neighbor,
                And found no mercy upon his own ground.

Desire wanders wretched and wrong, like chaos,
     In ferment and froth across generations
          Still, wild and despondent and cold are
             The sorrowful lives of the ever poor.

But you wander quietly on your sure path,
     O Mother Earth, in the light. Your springtime blooms
          Vary the melodies as ages
             Accumulate, that’s your journey through life!

Come now, thou holiest of all the Muses,
     Beloved of the stars, revive and renew
          This peace we have longed for, give us one
             Remain of life, one heart for us again.

Innocent! The children though are almost more
      Clever than we are, although we’re old; discord
          Will not err the sense of the good, and
             Their eyes stay clear and full of happiness.

And like the other spectators, the judge looks
     With an earnest smile upon the race-tracked young,
         The fiercely aglow competitors
             Drifting their chariots through dusty clouds,

Thus Helios stands, and smiles all around us,
     And lonely are the divine, never happy,
          Because they live forever, aethers
              Flowering stars, the unbounded holy.

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Der Frieden

Wie wenn die alten Wasser, die in andern Zorn,
     In schröcklichern verwandelt wieder
          Kämen, zu reinigen, da es not war,

So gählt' und wuchs und wogte von Jahr zu Jahr
     Rastlos und überschwemmte das bange Land
          Die unerhörte Schlacht, daß weit hüllt
              Dunkel und Blässe das Haupt der Menschen.

Die Heldenkräfte flogen, wie Wellen, auf
     Und schwanden weg, du kürztest, o Rächerin!
          Den Dienern oft die Arbeit schnell und
              Brachtest in Ruhe sie heim, die Streiter.

O du, die unerbittlich und unbesiegt
     Den Feigern und den Übergewaltgen trifft,
          Daß bis ins letzte Glied hinab vom
              Schlage sein armes Geschlecht erzittert,

Die du geheim den Stachel und Zügel hältst,
     Zu hemmen und zu fördern, o Nemesis,
          Strafst du die Toten noch, es schliefen
              Unter Italiens Lorbeergärten

Sonst ungestört die alten Eroberer.
     Und schonst du auch des müßigen Hirten nicht,
          Und haben endlich wohl genug den
              Üppigen Schlummer gebüßt die Völker?

Wer hub es an? wer brachte den Fluch? von heut
     Ists nicht und nicht von gestern, und die zuerst
          Das Maß verloren, unsre Väter
               Wußten es nicht, und es trieb ihr Geist sie.

Zu lang, zu lang schon treten die Sterblichen
     Sich gern aufs Haupt, und zanken um Herrschaft sich,
          Den Nachbar fürchtend, und es hat auf
               Eigenem Boden der Mann nicht Segen.

Und unstät wehn und irren, dem Chaos gleich,
     Dem gärenden Geschlechte die Wünsche noch
          Umher und wild ist und verzagt und kalt von
               Sorgen das Leben der Armen immer.

Du aber wandelst ruhig die sichre Bahn,
     O Mutter Erd, im Lichte. Dein Frühling blüht,
          Melodischwechselnd gehn dir hin die
               Wachsenden Zeiten, du Lebensreiche!

Komm du nun, du der heiligen Musen all,
     Und der Gestirne Liebling, verjüngender
          Ersehnter Friede, komm und gib ein
               Bleiben im Leben, ein Herz uns wieder.

Unschuldiger! sind klüger die Kinder doch
     Beinahe, denn wir Alten; es irrt der Zwist
          Den Guten nicht den Sinn, und klar und
               Freudig ist ihnen ihr Auge blieben.

Und wie mit andern Schauenden lächelnd ernst
     Der Richter auf der Jünglinge Rennbahn sieht,
          Wo glühender die Kämpfenden die
               Wagen in stäubende Wolken treiben,

So steht und lächelt Helios über uns
     Und einsam ist der Göttliche, Frohe nie,
          Denn ewig wohnen sie, des Aethers
               Blühende Sterne, die Heiligfreien.

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